Warum Wipperfürth oft den meisten Regen in Nordrhein-Westfalen abbekommt


Es staut sich im Oberbergischen: Simulation zur Entstehung von Steigungsregen

Eigentlich ziemlich gemein: Über 34.000 km² ist unser Heimatland Nordrhein-Westfalen groß und ausgerechnet wir im kleinen, aber feinen Wipperfürth bekommen oft den meisten Regen ab. Aber warum ist das so? Die Ursache ist denkbar einfach: Wir leben genau dort, wo die atlantischen Luftmassen erstmals auf Berge treffen.

Schaut man sich die Niederschlagsstatistiken diverser Wetterstationen in Nordrhein-Westfalen an, wird man immer wieder auf einen Namen treffen: Wipperfürth. Die älteste Stadt des Bergischen Landes thront auffällig oft an der einsamen Spitze der Regenmengen in NRW – und das sowohl täglich und monatlich als auch jährlich. So kommen an grauen Wintertagen mit Dauerregen gut und gerne mal Summen von über 50 Liter pro Quadratmeter zusammen. Im gesamten Jahr werden es meist zwischen 1.400 und 1.500 Liter. Zum Vergleich: In Köln kommen in einem Jahr gerade mal knapp 800 Liter runter, in der Zülpicher Börde sogar nur um die 600 Liter.

Der Grund für diesen schon recht großen Unterschied liegt westlich von uns. Fährt man vom Bergischen aus nach Köln hinunter weiter in Richtung Belgien und Niederlande, wird man kaum auf größere Berge treffen. Weite und flache Landschaften prägen das Bild bis an die Küsten des Ärmelkanals und des Atlantiks. Gerade von dort kommt über das Jahr hinweg meist auch unser Wetter: Milde und feuchte Luftmassen gelangen mit zum Teil kräftigen westlichen Strömungen immer wieder zu uns ins Bergische. Da auf dem Weg vom Meer ins Binnenland größere Erhebungen fehlen, stauen sich die mit Feuchtigkeit angereicherten Luftmassen erstmals im bis zu 400 Meter hohen Oberbergischen und regnen sich bei uns ab.

Selbst im deutlich höher gelegeneren Sauerland fällt im Vergleich zum Oberbergischen über das Jahr hinweg weniger Regen. Die von Westen kommenden Luftmassen verlieren bereits an den ersten Steigungen so viel an Feuchtigkeit, dass für das Sauerland häufig nicht mehr allzu viel übrig bleibt. So kommt das Hochsauerland mit der Region um Winterberg und den Kahlen Asten in der Jahressumme oft auf ein paar hundert Liter weniger als das Oberbergische. Nicht umsonst weist der Norden des Oberbergischen Kreises mit seinem Wasserreichtum die höchste Talsperrendichte in ganz Europa auf. Das viele Nass von oben hat also auch seine guten Seiten…

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