Viel Kritik an „Weihnachtsshopping“


Schöner ohne „Weihnachtsshopping“? Der Wipperfürther Marktplatz.

Überhaupt nicht gut an kam das sogenannte „Weihnachtsshopping“ an diesem Sonntag bei einem Großteil der Wipperfürther. Die Ansammlung von einzelnen Ständen und Buden auf dem Marktplatz sei „schlimm“, „peinlich“ und eine „Lachnummer“.

Sonntagnachmittag, 15 Uhr. Langsam setzt die Dämmerung ein und einigermaßen kalt ist es auch. Eine gute Gelegenheit also, mal gemütlich über den Weihnachtsmarkt zu schlendern und die adventliche Stimmung zu genießen. Doch um dies tun zu können, muss man als Wipperfürther an diesem Sonntag schon in die Nachbarstadt Hückeswagen fahren. Auf dem Marktplatz der Hansestadt findet nämlich augenscheinlich der ganz normale Wochenmarkt statt: Fliegende Händler mit Kleidung, Handtaschen und Billigschmuck sowie diverse Fressbuden bestimmen das Bild. Dazu passt auch, dass dieses Event im Vorfeld nichtmals als „Weihnachtsmarkt“, sondern als geradezu abwiegelnd daherkommendes „Weihnachtsshopping“ angepriesen wurde.

Die Besucher des Marktplatzes fanden dann auch eindeutige Worte zur Veranstaltung: Es sei ein peinlicher „Ramschbuden-Weihnachtsmarkt“ und eine „Unverschämtheit“, für die „man sich schämen“ sollte. Immer wieder wurde auch Kritik am Vorgehen der Stadt laut, deren Unterstützung für die Vereine sowie das Stadtmarketing in Frage gestellt wurde:

„Mittlerweile glaub ich die ‚Stadt‘ will garnicht das hier was produktives und attraktives statt findet. Kann mir nicht erklären wie man ein Stadtbild so über die Jahre kaputt machen kann. Bin extrem enttäuscht von der Entwicklung unserer Stadt. Ich hab mich heute echt geschämt. Es wird immer peinlicher. Vereine gehen kaputt auch weil die Unterstützung von der Stadt fehlt. Das heute ist der nächste Beweis das da keinem was dran liegt.“ (Sandra S., via Facebook)

„Das was ihr am WE gesehen habt, ist das Ergebnis von einem nicht funktionierenden Stadtmarketing. Letzendlich werden jedes Jahr die Einzelhändler aus Wipp aufgefordert, sich am kommerziellen Weihnachstmarkt zu beteiligen. Die Interesse ist gleich null. Warum, wieso? Interessenkonflikte, Kosten, aber auch mangelende Interesse der Einwohner?“ (Michael C., via Facebook)

Oftmals wurde auch der Vergleich zum stets gut besuchten „alternativen“ Adventsmarkt gezogen, der vor einer Woche stattfand. Dass dessen Holzbuden regelmäßig auf dem Hausmannsplatz stehen und der Marktplatz stattdessen mit Plastikständen voll von Billig-Schnickschnack und Fressbuden bestückt wird, zeigt das Dilemma auf, in dem die Hansestadt steckt. Es muss sich zeigen, ob der ESW und die Stadt künftig an einem Strang ziehen und in der Lage sind, einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen, der dem historischen Ambiente der alten Hansestadt würdig ist. Falls dies nicht der Fall ist, sollte es eine Überlegung wert sein, es mit dem Weihnachtsmarkt lieber ganz sein zu lassen und stattdessen in andere Veranstaltungen zu investieren.

Denn fest steht: Seit Jahren stellt das „Weihnachtsshopping“ auf dem Marktplatz mit unansehnlichen Ständen fliegender Händler eine von den Wipperfürthern alles andere als gern gesehene Erscheinung dar. Noch dazu droht das „Event“, die touristisch wirksame Außendarstellung der Stadt mit ihrem mittelalterlich anmutenden Marktplatz als Anziehungspunkt ins Negative zu verkehren und Interessenten für andere Veranstaltungen wie dem Stadtfest nachhaltig abzuschrecken. Es muss dringend etwas geschehen, damit Wipperfürth vor allem in Konkurrenz zu den Nachbarstädten nicht den Anschluss verliert. In Hückeswagen freut man sich bereits.

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