„Flotter 3er“: Jetzt erst recht!

Nachdem das Kesselhaus innerhalb des Wipperfürther Stadtgebietes nicht mehr mit Plakaten für die Partyreihe „Flotter 3er“ werben darf, weil der Name nach Auffassung der städtischen Gleichstellungsbeauftragten „sexistisch“ und „zweideutig“ sei, dürfte der „Flotte 3er“ am Samstagabend wohl unter dem Motto „Jetzt erst recht“ laufen.

Die Reaktionen der Wipperfürther auf die Kritik der Gleichstellungsbeauftragten am Kesselhaus waren zum Teil deutlich. Es sei zu vermuten, dass demnächst auch der „Altweiberkarneval“ umbenannt werden müsse, keine „Blaskapellen“ mehr aufspielen und in den Gaststätten keine „Cocktails“ und insbesondere „Sex on the Beach“ mehr angeboten dürften. Die Kritik an den Werbeplakaten des Kesselhaus sei Ausdruck eines „prüden“ und „konservativen“ Wipperfürths. „Diese Stadt richtet sich selbst“ – so lautet die offenbar einhellige Meinung.

Am Samstagabend findet eine der Veranstaltungen statt, um die es jetzt so viele Diskussionen gab. Der „Flotte 3er“ als Objekt des um „Gleichstellung“ bemühten Zorns startet um 22 Uhr zum Eintrittspreis von 6 Euro, bis 23 Uhr nur 3 Euro. Als Special werden drei Longdrinks (Wodka-Energy, Rum-Cola, Bacardi Razz-Sprite) zum Preis von 5 Euro angeboten. In der neu eingerichteten 2nd Area „Klub“ legt zusätzlich DJ Rudi Partyclassics, Schlager und Charts auf.

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Städtische Gleichstellungsbeauftragte setzt Kesselhaus unter Druck

In einem Brief an den Betreiber des Kesselhaus bemängelte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wipperfürth „sexistische“ und daher „negative Äußerungen“ mit „fiesem Beigeschmack“. Eine bisher erteilte Sondernutzungserlaubnis für Plakate mit Werbung für die Partyreihen „Miezenball“ und „Flotter 3er“ wurde der Discothek jetzt entzogen.

Nach eigener Auffassung ist ein Themenschwerpunkt der Wipperfürther Gleichstellungsbeauftragten die „Mitwirkung in allen gleichstellungsrelevanten Angelegenheiten“. Diesen Auftrag nahm die Beauftragte jetzt offensichtlich etwas zu ernst: In deren vom Kesselhaus auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Schreiben heißt es, der Text auf den Werbetafeln der Discothek sei „nur zweideutig“ zu verstehen, „und zwar sexistisch, ’schlüpfrich‘, negativ!“. Und weiter:

Männer aber auch Frauen sollen auf der Basis von sexistischen Äußerungen, „Flotter 3er“ gelockt werden! Das Sie junge Menschen ansprechen und einladen wollen durch Ihre Plakatierung ist doch nur legitim aber es kommt mir auf das Wie an! Ich gebe Ihnen nur Anregungen, bei Ihrer Werbung weniger sexistische Äußerungen zu machen und somit den bereits vorhandenen Wertezerfall unserer Jugend nicht weiter zu fördern, um Diskriminierungen beider Geschlechter vorzubeugen. Es geht Ihnen doch darum, Angebote für Ihre Einrichtung/Kesselhaus zu machen, ohne einen fiesen „Beigeschmack“ haben zu müssen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Dass es nicht nur, wie in dem Schreiben angekündigt, bei bloßen „Anregungen“ bleiben sollte, bekam das Kesselhaus nun durch einen Entzug der städtischen Sondererlaubnis für seine Werbeplakate der angeblich „zweideutig“ angehauchten Partyreihen „Miezenball“ und „Flotter 3er“ zu spüren. In der städtischen Mitteilung heißt es, der Betreiber des Kesselhauses habe die Hinweise der Gleichstellungsbeauftragten nicht zum Anlass genommen, den Veranstaltungen einen Namen zu geben, der nicht zweideutig zu verstehen sei.

Nur ein Punkt für überlegene Wipperfürther

Der VfR Wipperfürth konnte am Sonntag gegen den SV Bergisch Gladbach 09 II an die guten Leistungen der Vorwochen anknüpfen und gab auf den Ohler Wiesen eine ansprechende Vorstellung ab, welche dann auch mit einer zweimaligen Führung belohnt wurde. Am Ende reichte es trotzdem nur für ein enttäuschendes Remis.

Zehn Punkte aus vier Spielen, die allesamt auf den heimischen Ohler Wiesen ausgetragen wurden, konnte der VfR Wipperfürth bislang erkämpfen. So war auch an diesem Sonntagnachmittag ein Sieg gegen die Zweitvertretung von Bergisch Gladbach das Ziel der Scheider-Elf. Und es sah zunächst sehr gut aus: Zahlreiche gute Möglichkeiten hatten die Wipperfürther gegen eine sichtlich überforderte Gladbacher Mannschaft, die selbst kaum vor das gegnerische Tor gelangte. Einzig der Torabschluss gelang dem VfR in der ersten Hälfte noch nicht.

Das änderte sich erst in der 54. Minute. Dennis Grolewski netzte zum mittlerweile hochverdienten 1:0 ein. Knappe drei Minuten später wurde die Wipperfürther Führung nach einem Freistoß allerdings schon wieder egalisiert. Durch einen Konter erzielte Tim Schulte in der 67. Minute die erneute Führung und es sah ganz danach aus, als ob der VfR den dritten Sieg in Folge verbuchen könnte. Doch die Zweite von Bergisch Gladbach hatte letztlich mehr Glück als Verstand und machte kurz vor Abpfiff mit einem abgefälschten Freistoß den 2:2-Endstand klar.

Wipperfürth rutscht damit auf den vierten Tabellenplatz ab und muss am kommenden Sonntag zum ersten schweren Auswärtsspiel beim SSV Homburg-Nümbrecht antreten.

27. Wipperfürther Stadtfest sorgt für geteilte Meinungen

Ebenso geteilt wie der Besucherandrang ist auch die Meinung der Wipperfürther über das Stadtfest am vergangenen Wochenende, das mittlerweile zum 27. Mal stattfand. Während es am Samstag zum Teil gähnend leer war und sich auch die Verkaufsstände in der Innenstadt rar machten, platzte die City am Sonntagnachmittag aus allen Nähten.

Zum neunten Mal wird das Stadtfest am Freitag mit dem Wipperfürther Stadtlauf eingeläutet – eine Erfolgsgeschichte, die stets über 1.000 Teilnehmer und fast genauso viele Zuschauer anlockt. Auch dieses Jahr sind es an die 1.500 Läufer, die sich durch die engen Straßen der Innenstadt quälen. Den Hauptlauf über 9,3 km kann schließlich Nikki Johnstone vom ART Düsseldorf für sich entscheiden. Er meistert die Strecke in 29 Minuten und 9 Sekunden. Im Anschluss an den Stadtlauf steigt auf dem Marktplatz die „After-Run-Party“ mit der kölschen Folk-Rock-Band „Expree“. Mehrere hundert Zuschauer feiern zu kölschen Tönen bis in die Nacht hinein.

Wer sich am nächsten Tag nach dem gelungenen Auftakt vom Vorabend auf eine ebenso gut besuchte Innenstadt und Volksfeststimmung freut, wird zunächst bitter enttäuscht: Bis auf wenige Fress- und Kramstände ist nicht viel los im Herzen der Hansestadt. Schnell werden Stimmen laut, dass es ähnlich wie mit dem Weihnachtsmarkt eine „Stadtfest-Pleite“ gebe. „Jedes Dorffest hat mehr zu bieten“, heißt es. Ungeachtet dessen wird der Marktplatz am Samstagabend spätestens mit den Auftritten von „Hörgerät“ und „Der Dustin“ trotzdem brechend voll. Auf dem Platz selbst und in den umliegenden Kneipen feiern viele hunderte Besucher bis tief in die Nacht.

Die Vorboten, dass die Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag wesentlich besser besucht sein würde als am Vortag, werden bereits zum Sonntagmittag deutlich. Ein mittleres Verkehrschaos legt die Straßen rund um die Innenstadt lahm und glücklich kann sich schätzen, wer noch einen zentrumsnahen Parkplatz ergattert. Am Nachmittag drängen sich dann tausende Besucher in der City und erkunden die vielen Angebote der Gastronomie, des Einzelhandels und der Vereine. Zwischendrin spielt die Dixieland-Band „Bäng Bäng“ auf und sorgt trotz fehlendem Sonnenschein für beste Stimmung. In der Gaulstraße verkaufen Jung und Alt ihre ausgemusterten Besitztümer auf einem kleinen Flohmarkt, während einige Meter weiter der Marktplatz zu Auftritten der Fitnessstudios Mobile und Life-Time sowie der Tanzschule Böhlefeld nochmal rappelvoll wird.

So dürften spätestens am Sonntagnachmittag die zuvor noch kritischen Stimmen verstummt sein. Mit dem Hückeswagener Stadtfest, das am vorletzten Wochenende stattfand und dank einer „Entzerrung“ in Richtung Bahnhofstraße den ursprünglichen Charme eines gemütlichen „Altstadtfestes“ verlor, konnte das 27. Wipperfürther Stadtfest allemal mithalten.

Wipperfürth folgt dem Bundestrend

Es war zu erwarten: Wipperfürth bleibt schwarz wie die Nacht. Mit 53,1% der Stimmen wird die CDU mit großem Abstand stärkste Kraft in der Hansestadt. Die erstmals angetretene AfD ist im Vergleich zum Bund in Wipperfürth etwas schwächer.

Auch die Verteilung der Stimmen in den jeweiligen Wahlbezirken war durchaus erwartbar. So holte die CDU ihre höchsten Werte einmal mehr auf den Dörfern Egen (64,7%), Wipperfeld (63,5%) und Dohrgaul (59,6%). Die SPD erhielt den meisten Zuspruch in der Stadtmitte sowie im Wahlbezirk Niedergaul mit jeweils 28,5%. Rund um Niedergaul erzielte auch die FDP mit 7,5% ihr bestes Ergebnis. Die Grünen waren auf der Sanderhöhe und in Wolfsiepen am stärksten (9,4%), die Linke auf der Leye (8,6%) und die Piraten in der Stadtmitte (3,0%). Die meisten AfD-Wähler waren mit 5,1% auf dem Düsterohl und im unteren Gaulbachtal zu finden. „Hochburgen“ der NPD sind Ohl und Klaswipper, wo 2,5% der Wähler ihr Kreuz bei den Rechtsradikalen machten.

Mit insgesamt 52,2% der oberbergischen Erststimmen darf der Wipperfürther Klaus-Peter Flosbach (CDU) für weitere vier Jahre den Oberbergischen Kreis in Berlin vertreten. Darüber hinaus zieht auch die Kandidatin Michaela Engelmeier-Heite (SPD) ins Parlament ein. Zwar ist sie mit 30,1% als Direktkandidatin für Oberberg gescheitert, kann sich aber auf Grund ihres guten Listenplatzes bei der NRW-SPD auf den Weg in die Bundeshauptstadt machen. Die Wahlbeteiligung zog in Wipperfürth im Vergleich zur letzten Bundestagswahl leicht von 76,1% auf 76,7% an. Die geringste wurde im Siebenborn gemessen (50,2%), die höchste in Egen (70,2%).

Alle Ergebnisse sind auch im Wahlportal der Hansestadt Wipperfürth abrufbar.

Wipperfürther DLRG-Ortsgruppe präsentiert sich auf dem Stadtfest

(dlrg) Zahlreiche Vereine und Organisationen warten zum Wipperfürther Stadtfest am kommenden Wochenende mit vielfältigen Aktionen auf. Auch die DLRG-Ortsgruppe Wipperfürth e.V. wird am Samstag und Sonntag vertreten sein.

Die Wipperfürther DLRG wird sich und ihr Motorrettungsboot mitten in der Marktstraße präsentieren. Während die Kinder das Boot erkunden, können sich die Eltern über die ehrenamtliche Arbeit der DLRG informieren. Es gibt keinen „heißen Draht“, sondern eine „heiße Ente“ – das Spiel funktioniert aber genauso: Den Draht nicht berühren. Zudem gibt es Informationen über den mehrtägigen Katastrophenschutz-Einsatz der Wipperfürther DLRG-Gruppe im Hochwasser 2013 in Magdeburg. Passend zum Thema kann jeder schätzen, wie schwer ein Sandsack für den Hochwasserschutz ist. Wer am genausten schätzt, gewinnt eine Bootsrundfahrt mit dem Motorboot. Natürlich werden auch wie gewohnt gelbe DLRG-Enten gegen eine Spende abgegeben.

„Hörgerät“ und Ricardo Bielecki als Top-Acts auf dem Wipperfürther Stadtfest

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit: Zum 27. Mal startet das Stadtfest in der Wipperfürther Innenstadt. Neben dem traditionellen Stadtlauf am Freitag und dem verkaufsoffenen Sonntag werden vor allem die bekannte Coverband „Hörgerät“ und der ehemalige DSDS-Star Ricardo Bielecki für die Highlights sorgen.

Wie jedes Jahr wird das Wochenende auch diesmal mit dem Stadtlauf am Freitagabend eingeläutet. Zum neunten Mal starten beim vom EvB organisierten Lauf über eintausend Sportler in verschiedenen Altersgruppen und auf unterschiedlichen Distanzen. Die längste Strecke im Hauptlauf, aus dem schließlich der Stadtmeister ermittelt wird, umfasst 9,3 km. Bis jetzt gibt es knapp 1.400 Anmeldungen, Nachmeldungen sind noch bis eine Stunde vor Start möglich. Nach der Siegerehrung gegen 20.30 Uhr gibt es ab 21 Uhr auf dem Marktplatz die „After-Run-Party“ mit der kölschen Folk-Rock-Band „Expree“, die an diesem Abend ihr erstes Album präsentieren wird.

Am Samstag wird es ab 11 Uhr neben den üblichen Imbiss- und Marktständen sowie zahlreichen Angeboten des Einzelhandels auch Aktionen für Kinder auf dem Marktplatz geben. Außerdem präsentiert sich der Rettungsdienst Oberberg. Auf der Bühne wird um 19 Uhr die Hückeswagener Band „Der Dustin“ den Abend einleiten, bevor ab 20 Uhr die bekannte Coverband „Hörgerät“ die gute Stube Wipperfürths zum Beben bringen wird. Mit ihrem „Deutschprogramm“ gelang es den fünf Jungs in rasantem Tempo, sich bundesweit zu etablieren. Neben Songs von den Ärzten, Pur oder Xavier Naidoo präsentieren „Hörgerät“ mittlerweile auch eigene Titel.

Zum verkaufsoffenen Sonntag haben die Geschäfte in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr geöffnet und laden zum entspannten Bummeln und Shoppen ein. Auf dem Marktplatz startet um 14 Uhr das Bühnenprogramm mit zahlreichen Darbietungen von Wipperfürther Vereinen und Organisationen. Ab 18 Uhr wird dann der Drittplatzierte aus der letzten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, Ricardo Bielecki, erstmals mit seiner Band auf der Bühne stehen und seine DSDS-Hits, aktuelle Charterfolge, Klassiker sowie seine eigenen Songs zum Besten geben.

VfR Wipperfürth fegt Frielingsdorf vor großer Kulisse von den Ohler Wiesen

Etwa 500 Zuschauer waren gestern zum Lokalderby zwischen dem VfR Wipperfürth und dem SV Frielingsdorf auf den Ohler Wiesen gekommen und sahen einen am Ende deutlichen 5:1-Erfolg der Scheider-Elf. Der VfR erobert damit die Tabellenspitze der Bezirksliga.

Ein solch volles Haus hatte man auf den Ohler Wiesen schon länger nicht mehr: Zum einen zog die Eröffnung des neuen Freizeitgeländes viele Besucher an, zum anderen versprach auch das Derby zwischen den beiden befreundeten Vereinen von Wipperfürth und Frielingsdorf einiges an Spannung. So waren auch einige Anhänger des SV angereist, die sicherlich noch die Schützenhilfe des VfR am letzten Spieltag der Vorsaison im Kopf hatten. Damals hatte Wipperfürth den CfB Ford Köln-Niehl besiegt und damit Frielingsdorf vor dem Abstieg bewahrt.

In den Anfangsminuten der Partie sah es dann auch so aus, als wollte sich Frielingsdorf für diese Hilfeleistung bedanken. Die SV-Defensive fand praktisch nicht statt und so konnte Dennis Grolewski schon kurz nach Anpfiff einlochen – allerdings aus dem Abseits. Nur wenig später machte es Grolewski dann besser und beförderte den Ball nach Vorlage von Tim Kappe zum 1:0 in den gegnerischen Kasten. Bis auf einen Außennetztreffer nach Eckball konnte sich Frielingsdorf in der ersten Hälfte kaum in Szene setzen. Dennis Grolewski erhöhte nach einer guten halben Stunde mit einem Fernschuss zum 2:0 und Norman Lemke netzte kurz vor Pausenpfiff zur 3:0-Führung ein.

In der zweiten Hälfte schien es dann zunächst besser für die Frielingsdorfer zu laufen. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff musste VfR-Torwart Tobias Kapellen hinter sich greifen, nachdem der SV mit einem Freistoß den 3:1-Anschlusstreffer erzielte. Frielingsdorfer hatte danach mehr Spielanteile, zeigte sich dann aber nach dem 4:1-Treffer durch Tim Schulte wieder deutlich zurückhaltender. Christopher Dreiner machte in der Schlussphase das mittlerweile hochverdiente 5:1 und mit der gelb-roten Karte für einen Frielingsdorfer war das Spiel für den SV endgültig gelaufen.

Nach Abpfiff honorierte das Publikum mit Applaus und Jubelrufen die ansprechende Leistung der Elf von Trainer Norbert Scheider – und damit auch den besten Saisonstart der Wipperfürther seit langem. Da sich der bisherige Tabellenführer SV Schlebusch beim FC Leverkusen mit nur einem Punkt begnügen musste, konnte sich der VfR mit dem gestrigen Heimerfolg die Tabellenspitze sichern. Am kommenden Sonntag geht es auf den Ohler Wiesen gegen die Zweitvertretung des SV Bergisch Gladbach 09. Anpfiff ist wie gewohnt um 15 Uhr.

Klaus-Peter Flosbach (CDU): „Ich bin ein Wipperfürther Junge!“

Am 22. September ist Bundestagswahl. In den vergangenen Wochen haben wir daher den Kreiswahlvorschlägen für den Oberbergischen Kreis ein wenig auf den Zahn gefühlt. Erster Kandidat: Klaus-Peter Flosbach von der CDU.

WippBlog: Was hat Sie dazu bewogen, der CDU beizutreten und sich dort aktiv zu engagieren?

Klaus-Peter Flosbach: Das Engagement für andere oder eine bestimmte Sache, das Diskutieren und Argumentieren hat mir schon immer Freude gemacht. Ich habe mich bereits in der Schulzeit am EvB Gymnasium im dreiköpfigen Schulsprechergremium engagiert. Als mein Horizont als junger Erwachsener dann über mein engeres Umfeld hinaus ging, erschien mir die Junge Union als naheliegende Möglichkeit, mich auch über die Schule hinaus einzubringen. Meine Eltern hatten einen Lebensmittelladen in Wipperfürth, waren Kaufleute und als katholische Christen sehr werteorientiert. So stand die Familie der sozialmarktwirtschaftlichen Politik der CDU immer sehr nahe.

WippBlog: Wie wollen Sie die Interessen Oberbergs und seiner Kommunen aktiv in Berlin durchsetzen?

Klaus-Peter Flosbach: Als Bundestagsabgeordneter für den Oberbergischen Kreis verstehe ich mich zuallererst als Vertreter der Interessen der Oberbergerinnen und Oberberger. Deshalb bin ich auch viel mit den Menschen vor Ort in Kontakt. Ich bin viel im Wahlkreis unterwegs und gehe unter Menschen, um mich mit ihnen auszutauschen. Ich lade mehrere tausend Besucher im Jahr in den Bundestag ein, um Ihnen die Politik näher zu bringen und ihre Fragen zu beantworten. Insgesamt 22.000 Oberbergerinnen und Oberberg konnte ich so in den vergangenen elf Jahren in Berlin empfangen. Obwohl wir im Bund nicht direkt für die Kommunen zuständig sind, liegt mir insbesondere das Thema der Kommunalfinanzen sehr am Herzen. Ich bin froh, dass wir in der vergangenen Legislaturperiode hier ganz viel erreichen konnten. Diesen Weg wollen wir in den kommenden Jahren weitergehen.

WippBlog: Was wollen Sie in Zukunft der erhöhten finanziellen Belastung von Städten und Gemeinden, wie sie auch in Oberberg immer wieder deutlich wird, entgegensetzen?

Klaus-Peter Flosbach: Viele Menschen sorgt die Finanzsituation der Kommunen im Oberbergischen. Zwar ist das Land NRW laut Grundgesetz für die Finanzierung der nordrhein-westfälischen Kommunen zuständig. Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass der Bund die Städte und Gemeinden nicht im Stich lässt. Im Gegenteil: Wir haben sie in einem Ausmaß entlastet, wie es in der Geschichte einmalig ist. So übernimmt der Bund künftig die vollständigen Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung – allein bis 2020 eine Entlastung der Kommunen um 50 Milliarden Euro! Bei der Kinderbetreuung oder dem Bildungspaket steht die Bundesregierung an der Seite der Kommunen (5,4 Mrd. Euro für die U3-Betreuung und jedes Jahr 845 Mio. Euro für die laufenden Kosten). Auch deshalb geht es den meisten Städten und Gemeinden heute besser als unter Rot-Grün. Doch damit nicht genug: Wir wollen in der kommenden Legislatur die Kosten für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung schrittweise übernehmen und die Kommunen damit weiter dauerhaft entlasten. Seit meiner Mitgliedschaft in der Landschaftsversammlung Rheinland ist dieses Thema für mich ein Dauerbrenner und findet bei mir volle Unterstützung. Außerdem soll eine Föderalismuskommission III eingesetzt werden, die auch die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Länder und Kommunen kritisch unter die Lupe nimmtund dort, wo es knirscht, Korrekturen vornehmen soll.

WippBlog: Welche Beziehung haben Sie zu Wipperfürth, welche Erfahrungen haben Sie bereits hier gemacht und wie gefällt Ihnen die Stadt?

Klaus-Peter Flosbach: Ich bin ein Wipperfürther Junge! Ich bin hier geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Am EvB habe ich mein Abitur gemacht. Deshalb ist und bleibt Wipperfürth meine Heimat. Ich habe hier noch viele Freunde und Verwandte. Mein liebster Platz im Oberbergischen ist der Marktplatz in Wipperfürth. Ich bin hier Mitglied in zehn Vereinen und mindestens alle 14 Tage einmal in der Stadt.

WippBlog: Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit, außerhalb der Politik?

Klaus-Peter Flosbach: Wenn ich die Zeit finde, dann genieße ich die schöne Natur im Oberbergischen. Wandern und Radfahren sind ein guter Ausgleich für den oft hektischen und stressigen Alltag. Bei schlechtem Wetter greife ich auch ab und an zur Gitarre. Am liebsten Chansons oder kölsches Liedgut.

WippBlog: Zum Abschluss: Aus welchem Grund sollten die Wähler am 22. September ausgerechnet bei Ihnen ihr Kreuz machen?

Klaus-Peter Flosbach: Wenn man die vergangenen vier Jahre betrachtet, so beurteilen die meisten Menschen die Arbeit der Bundesregierung positiv. Wir haben die Finanzkrise so gut wie kein anderes Land in Europa durchschritten, es haben so viele Menschen Arbeit wie noch nie. Die Schere zwischen Arm und Reich beginnt sich wieder zu schließen. Wir beenden die jahrzehntelange Spirale der Neuverschuldung und investieren so viel Geld in Bildung und Forschung wie niemals zuvor. Das sind nur einige Beispiele die zeigen, dass es sich lohnt, der Union die Führung dieses Landes erneut anzuvertrauen. Ich habe als finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen einen Teil dazu beitragen können. Neben meines Sprecheramtes in Berlin habe ich mich jedes Jahr um mehr als tausend Anliegen der Oberbergerinnen und Oberberger gekümmert, die per Telefon, Mail oder Brief an mich herangetragen wurden. Dazu bin ich regelmäßig vor Ort bei den Menschen und besuche in Wahlkreiswochen und am Wochenende unzählige Vereine, Institutionen und Einrichtungen, um für die Bürgerinnen und Bürgern ansprechbar zu sein. Gerne will ich auch die kommenden vier Jahre meine ganze politische Erfahrung und mein Know-How für Oberberg in Berlin einbringen!

Uwe Ufer gibt einen aus

Zum Hückeswagener Altstadtfest am Wochenende feiert Noch-Bürgermeister Uwe Ufer seinen Abschied. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, will er das mit 200 Litern Freibier und 500 „Erinnerungsbechern“ tun. Auf diese Weise wolle er sich von den „ganz normalen Leuten“ verabschieden und auch das eine oder andere Gespräch führen, so Ufer.

Eine Stunde lang gibt es am Samstagabend ab 18 Uhr am Bierstand der Hückeswagener Schützen auf dem Schlossplatz Pils und Becher für lau. Kölsch wolle Ufer als bekennender Mönchengladbach-Fan nicht. Nur „richtiges Bier“, wie er gegenüber der „Rheinischen Post“ bekundet. Und das, obwohl der „Erinnerungsbecher“ mit dem bekanntesten Liedtitel einer waschechten Kölnerin beschriftet sein wird: „Niemals geht man so ganz“ von Trude Herr. Ufer wird an diesem Abend gemeinsam mit seinen städtischen Angestellten selbst am Zapfhahn stehen.

Der 47-jährige gebürtige Bergneustädter wird zum 1. November sein Amt niederlegen und in den Vorstand des Diakonischen Werkes nach Köln wechseln. Dort wird er für die Finanzen zuständig sein. Regulär hätte seine nach einer Wiederwahl schon seit 2004 andauernde Amtszeit erst in zwei Jahren geendet. Die Hückeswagener müssen jetzt im Frühjahr nächsten Jahres über einen Nachfolger Ufers entscheiden. Am 15. Oktober leitet Ufer die letzte Ratssitzung.