Stück für Stück stirbt dein Zuhause

Wie die „Bergische Landeszeitung“ berichtet, steht ein weiteres Gebäude in der Wipperfürther Altstadt vor dem Abriss. Direkt am historischen Marktplatz und gegenüber des Rathauses gelegen, soll das Haus Hochstraße 1 einem Neubau weichen.

Nachdem bereits vor einem halben Jahr das „Haus Peppinghaus“ gegenüber der Volksbank mit einer über 130-jährigen Geschichte dem Erdboden gleichgemacht und schließlich durch einen schlichten und modernen Neubau ersetzt wurde, wird gleiches nun wohl auch dem Haus Hochstraße 1 am Marktplatz widerfahren. Die Eigentümerin Gisela Ody hat bei der Stadt eine Abbruchgenehmigung beantragt und Pläne für einen Neubau vorgelegt. Das Gebäude sei in einem so schlechten Zustand, dass eine Sanierung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich sei, so Ody gegenüber der BLZ. Es befinde sich seit Generationen in Familienbesitz.

Die Stadt Wipperfürth sieht im Fall des historischen Schieferhauses keinen Handlungsbedarf. Die Anregung, das Gebäude als Stadtarchiv zu nutzen, hat sie abgelehnt, die Grundfläche sei zu klein. Auch an einer Nutzung als Standesamt ist die Stadt nicht interessiert. Eine Handhabe gegen den Abriss sieht die Stadt ebenso wenig wie Einspruchsmöglichkeiten bei der Gestaltung des Neubaus. Die geltende Denkmalbereichssatzung schützt keine einzelnen Gebäude, eine Gestaltungssatzung für die Altstadt gibt es bislang noch immer nicht.

So wird die älteste Stadt des Bergischen Landes weiter an Gesicht verlieren. Bei immer mehr Gebäuden werden notwendige Instandsetzungen bewusst unterlassen, so dass die Bausubstanz fortschreitend verfällt, die ehemals anschaulichen Fachwerkhäuser zu Spekulationsobjekten verkommen und schließlich finanziellen Interessen zum Opfer fallen. Die jahrzehntelange Untätigkeit der Stadt, eine Gestaltungssatzung aufzustellen, wie sie in vergleichbaren historischen Innenstädten schon längst Standard ist, tut ihr Übriges.

Auch Erich Kahl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, beklagt gegenüber der BLZ, dass mit dem Abriss des Hauses wieder ein Stück Heimatgeschichte verschwinden wird. Und womöglich nicht nur das: Nach seinen Recherchen ist der Kern des Fachwerkhauses möglicherweise früher gebaut worden als die Penne, das älteste bestehende Wipperfürther Gebäude. Kahl hofft daher auf eine Untersuchung, die mehr Informationen über die Historie des Hauses ans Licht bringt.

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