Sky erhöht die Preise: Demnächst keine Bundesliga mehr in den Kneipen?

Der Bezahlsender Sky führt zum 1. September ein neues Preissystem ein, das jedem Gastronomiebetrieb individuell angepasst sein soll. Lokale mit hoher Sportaffinität werden demzufolge besonders von den Änderungen betroffen sein. Eine schlechte Nachricht auch für den Teil der Wipperfürther Kneipen, der in besonderem Maß vom Fußball profitiert.

Nach einem bisher recht fußballarmen Sommer startete vor zwei Wochen endlich wieder die 2. Liga und spätestens mit dem Derby des 1. FC Köln gegen Düsseldorf wurde so manche Fußballkneipe seit längerer Zeit mal wieder so richtig voll. Doch obwohl es am 9. August auch in der 1. Liga losgeht, könnte mancherorts schon bald Schluss sein mit „Rudelgucken“ in der Lieblingskneipe: Der Monopolist Sky führt ab September ein neues Preismodell für Gastronomiebetriebe ein und will damit für jede Gaststätte einen „individuellen Preis“ ermitteln.

Hört sich zunächst harmlos an, ist es in der Praxis jedoch nur selten. Denn weniger zahlen werden in Zukunft nur relativ wenige Gastwirte. Häufig stehen Preissteigerungen von 40 bis 50 Prozent ins Haus. So sollen einige Kneipen statt wie bisher 200 nun über 400 Euro zahlen. Für viele kleinere Gaststätten, die schon angesichts des neuen Rauchverbots mit Einbußen zu kämpfen haben und bisher vor allem von Fußball-Übertragungen profitierten, ein nicht mehr zu stemmender Betrag.

Vielen Wirten bleibt nur die Kündigung des Sky-Abos mit dem Risiko, dadurch deutlich weniger Gäste zu haben. Andere haben bereits angekündigt, die Bierpreise anheben zu wollen, um die Preiserhöhung von Sky kompensieren zu können. In jedem Fall wirkt sich der Versuch des Bezahlsenders, mit der Drehung an der Preisschraube seine roten Zahlen in den Griff zu bekommen, negativ auf die Kneipenkultur aus. Die Zeche werden einmal mehr die kleinen Lokale zahlen, die ohnehin schon ums Überleben kämpfen. Das Kneipensterben geht weiter.

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Hansecafé – Die beliebteste „Kneipe“ der Stadt

Das „Hansecafé“ wurde in unserer Sommerumfrage recht eindeutig zur beliebtesten Kneipe in der Wipperfürther Innenstadt gewählt: Mit über 29 Prozent der abgegebenen Stimmen ließ es selbst die drei alteingesessenen Kneipen am Markt hinter sich – und das, obwohl das Hansecafé eigentlich gar keine waschechte Kneipe ist…

Es ist wohl die Vielseitigkeit, die das Hansecafé bei den Wipperfürthern so beliebt macht: Tagsüber im Sonnenschein bei Kaffee und Waffeln im Biergarten sitzen und den Blick über den Marktplatz schweifen lassen, am späteren Abend dann bei Bier oder einem erfrischenden Cocktail Freunde und Bekannte treffen. Das Hansecafé ist mehr ein mondäner Mix aus Café, Bar und Bistro als eine urige Kneipe, wie sie eigentlich zum Ambiente der Wipperfürther Altstadt passen würde. Und dennoch stellt es eine perfekte Ergänzung der sprichwörtlich „längsten Theke des Bergischen Landes“ dar.

Herzlichen Glückwunsch an Adam Jarek und sein Team für die beliebteste „Kneipe“ der Stadt!

Kasalla und Cat Ballou in der Drahtzieherei

Sie sind innerhalb der letzten zwei Jahre zu festen Größen in der kölschen Musikszene geworden: Die Bands Kasalla und Cat Ballou. Am 14. September rocken sie die „Kölsche Nacht“ in der Alten Drahtzieherei, gesponsert von Toyota Kutscher. Karten gibt es schon jetzt.

Schon mit ihrem ersten Album „Et jitt Kasalla“ sorgte die Band um Sänger Bastian Campmann und Gitarrist Flo Peil für Furore: „Pirate“ wurde zu einem der meistgespielten Songs in der Session 2011/12, gewann die „Loss mer singe“-Tour, den Wettbewerb „Top Jeck“ bei „Radio Köln“ und die Wahl zum „besten kölschen Leed“ der Roten Funken. Nach diesem Senkrechtstart stellte Kasalla auch abseits der fünften Jahreszeit unter Beweis, dass sie die Massen begeistern können: Ihr erstes Frühjahrskonzert war innerhalb von drei Tagen ausverkauft.

Auch mit den Songs aus dem zweiten Album „Immer en Bewäjung“ trifft Kasalla den „kölschen Nerv“. Mit „Fleisch un Bloot“, das eigens für die Neuauflage von „Arsch huh, Zäng ussenander“ im vergangenen November produziert wurde, sowie „Home es wo d’r Dom es“, zeigen die Jungs, dass sie noch dauerhaft für ordentlich „Kasalla“ auf Kölns Bühnen sorgen werden.

Cat Ballou wurden erst mit ihrem Song „Et jitt kei Wood“ so richtig bekannt. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie ein One-Hit-Wonder wären. Im Gegenteil: Mit ihrem ersten Album „Neulich“ erspielten sich Michael Kraus, Oliver Niesen, Dominik Schönenborn und Kevin Wittwer einen festen Platz zwischen den alteingesessenen kölschen Musikgruppen. Die in Bergisch Gladbach gegründete Band ist seitdem auch auf den großen Bühnen der Rheinmetropole unterwegs, zuletzt bei der Saisoneröffnung des 1. FC Köln mit 25.000 Besuchern.

Am Samstag, dem 14. September werden Kasalla und Cat Ballou zusammen mit dem „Kölschen Harry“ und DJ Uli Becker die Alte Drahtzieherei an der Wupperstraße zum Toben bringen. Gesponsert wird die „Kölsche Nacht“ von Toyota Kutscher. Karten kosten im Vorverkauf 9 Euro, an der Abendkasse 12 Euro und können über die Ticketservice-Seite der Drahtzieherei bezogen werden.

Die Qual der Wahl am Samstagabend

Wer den sommerlichen Samstagabend nicht im heimischen Garten oder an der Bever verbringen will, hat die Wahl zwischen zahlreichen Veranstaltungen im Wipperfürther Stadtgebiet. Langeweile wird in jedem Fall nicht aufkommen…

Im Ströppchen an der Hochstraße steigt ab 20 Uhr die „1. Wipperfürther 1-Euro-Party“. Jedes Regelgetränk (außer Weizen, Scavi und Whisky) kostet nur einen Euro. Der Eintritt beträgt 5 Euro, Einlass gibt’s nur für Volljährige.

Wenige Meter weiter Richtung Marktplatz gibt es im Platz 16 die „Black Music Party“. Den ganzen Abend wird R&B und HipHop gespielt, dazu gibt es als Special Wodka-Energy für 2,50 Euro. Beginn ist ebenfalls um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

Im Rahmen des Hämmeraner Schützenfestes heißt es ab 20 Uhr nach dem Einzug der Majestäten ins Festzelt „Hämmern live“, der Playback-Show der Jungschützen. Danach sorgt der Fest-DJ weiter für Stimmung bis tief in die Nacht. Freier Eintritt.

Für die älteren Semester findet in der Alten Drahtzieherei an der Wupperstraße eine Ü-30-Party statt, diesmal unter dem Motto „Wünsch dir was per SMS“. DJ Patrick legt auf SMS-Bestellung aktuelle Chart-, Discofox- und Latin-Hits sowie das Beste aus den 70ern und 80ern auf. Dazu gibt es Cocktails an der Cocktailbar. Los geht’s ab 21 Uhr, der Eintritt an der Abendkasse beträgt 5 Euro.

Im Kesselhaus werden ab 23 Uhr zünftig die Ferien mit dem „Holiday Starter“ und DJ Skillz eingeläutet. Als Special ist Heineken im Angebot. Mit Sorgerechtsübertragung darf man auch schon mit 16 rein. Bis 24 Uhr 3 Euro, danach 6 Euro Eintritt.

Freier Eintritt ins Hallenbad: Wipperfürther SPD hat die Spendierhosen an

Am kommenden Samstag ist der Eintritt ins Walter-Leo-Schmitz-Bad auf dem Düsterohl wieder einen ganzen Tag lang frei. Die Wipperfürther SPD zahlt zum nunmehr siebten Mal die Zeche. Mit dabei ist der Ortsverein der DLRG.

Ziel der Sozialdemokraten ist es, den Stellenwert des Hallenbades zu verdeutlichen: Wipperfürth habe sein Bad für die Vereine, die privaten Nutzer und das Schulschwimmen offen zu halten, heißt es. Durch die Aktion am Samstag sollten die wirtschaftlichen Grundlagen des Schwimmbades gestärkt werden. Ralf Wurth, Vorsitzender der Wipperfürther SPD, hofft dadurch langfristig auf mehr Besucher: „Lernen Sie das Bad besser kennen. Und dies ohne Kosten. Vielleicht kommen Sie folgend dann häufiger in das Bad. Wir freuen uns, Sie an diesem Tag im Bad begrüßen zu können.“

Auch die DLRG-Ortsgruppe Wipperfürth wird am Samstag im Walter-Leo-Schmitz-Bad an der Ostlandstraße anwesend sein. Unter anderem werden Spiele und „lustige Wettkämpfe in und am Wasser für Kinder und Jugendliche“ angeboten. Das Bad ist am Samstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Für den Besuch der Sauna wird der normale Eintrittspreis berechnet.

Stück für Stück stirbt dein Zuhause

Wie die „Bergische Landeszeitung“ berichtet, steht ein weiteres Gebäude in der Wipperfürther Altstadt vor dem Abriss. Direkt am historischen Marktplatz und gegenüber des Rathauses gelegen, soll das Haus Hochstraße 1 einem Neubau weichen.

Nachdem bereits vor einem halben Jahr das „Haus Peppinghaus“ gegenüber der Volksbank mit einer über 130-jährigen Geschichte dem Erdboden gleichgemacht und schließlich durch einen schlichten und modernen Neubau ersetzt wurde, wird gleiches nun wohl auch dem Haus Hochstraße 1 am Marktplatz widerfahren. Die Eigentümerin Gisela Ody hat bei der Stadt eine Abbruchgenehmigung beantragt und Pläne für einen Neubau vorgelegt. Das Gebäude sei in einem so schlechten Zustand, dass eine Sanierung mit vertretbarem Aufwand nicht möglich sei, so Ody gegenüber der BLZ. Es befinde sich seit Generationen in Familienbesitz.

Die Stadt Wipperfürth sieht im Fall des historischen Schieferhauses keinen Handlungsbedarf. Die Anregung, das Gebäude als Stadtarchiv zu nutzen, hat sie abgelehnt, die Grundfläche sei zu klein. Auch an einer Nutzung als Standesamt ist die Stadt nicht interessiert. Eine Handhabe gegen den Abriss sieht die Stadt ebenso wenig wie Einspruchsmöglichkeiten bei der Gestaltung des Neubaus. Die geltende Denkmalbereichssatzung schützt keine einzelnen Gebäude, eine Gestaltungssatzung für die Altstadt gibt es bislang noch immer nicht.

So wird die älteste Stadt des Bergischen Landes weiter an Gesicht verlieren. Bei immer mehr Gebäuden werden notwendige Instandsetzungen bewusst unterlassen, so dass die Bausubstanz fortschreitend verfällt, die ehemals anschaulichen Fachwerkhäuser zu Spekulationsobjekten verkommen und schließlich finanziellen Interessen zum Opfer fallen. Die jahrzehntelange Untätigkeit der Stadt, eine Gestaltungssatzung aufzustellen, wie sie in vergleichbaren historischen Innenstädten schon längst Standard ist, tut ihr Übriges.

Auch Erich Kahl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, beklagt gegenüber der BLZ, dass mit dem Abriss des Hauses wieder ein Stück Heimatgeschichte verschwinden wird. Und womöglich nicht nur das: Nach seinen Recherchen ist der Kern des Fachwerkhauses möglicherweise früher gebaut worden als die Penne, das älteste bestehende Wipperfürther Gebäude. Kahl hofft daher auf eine Untersuchung, die mehr Informationen über die Historie des Hauses ans Licht bringt.

Kippt Michael von Rekowski das Rauchverbot in den Wipperfürther Kneipen?

Nach Vorbild des Neusser Bürgermeisters Herbert Napp wurde jetzt auch das Wipperfürther Stadtoberhaupt Michael von Rekowski öffentlich dazu aufgefordert, das neue nordrhein-westfälische Landesgesetz zum Rauchverbot in den Kneipen zu ignorieren und keine Kontrollen durch das Ordnungsamt durchführen zu lassen.

Herbert Napp ist passionierter Raucher. Und er hat genug von der Bevormundung durch die NRW-Landesregierung, die das Ziehen am Glimmstängel nicht nur in allen öffentlichen Gebäuden, sondern auch in den Gaststätten verboten hat. Der Bürgermeister, in seiner Stadt auch „Vesuv von Neuss“ genannt, weigert sich bislang, das neue NRW-Landesgesetz in den Neusser Kneipen kontrollieren zu lassen. Und auch in seinen städtischen Diensträumen raucht Napp munter weiter.

Wie Neuss ist auch Wipperfürth eine Stadt mit ausgeprägter Kneipentradition. Doch in letzter Zeit haben vor allem kleinere Gaststätten mit stark rückläufigen Gästezahlen zu kämpfen. Was im Sommer noch nicht so sehr als Problem auftritt, ist in der kalten Jahreszeit offensichtlich: Viele potentielle Kneipenbesucher scheuen sich auch angesichts des oftmals ungemütlichen bergischen Wetters davor, für jede Zigarette vor die Tür gehen zu müssen und bleiben deshalb lieber ganz zu Hause.

Das spüren offenbar auch viele Wipperfürther Kneipenwirte, von denen sich einige nun mit der öffentlichen Aufforderung an Bürgermeister Michael von Rekowski gewandt haben, es seinem Amtskollegen Herbert Napp gleichzutun und Kontrollen in den Gaststätten zu unterlassen. So weit wie Peter Lorenz, Inhaber der Neusser Kneipe „B9“, ging dabei allerdings noch keiner: Der Kneipenwirt sprach ein Hausverbot für den örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten aus. Begründung: Er möchte keine Menschen bewirten, die maßgeblich für seinen Untergang sorgen.

Hochstraße: „Architektur von der Stange“

Seit einigen Wochen hat der Neubau in der Hochstraße gegenüber der Einmündung Bahnstraße Gestalt angenommen. Dort, wo sich über 130 Jahre lang ein schmuckes bergisches Schieferhaus befand, „bereichert“ jetzt ein modernes Wohngebäude mit gläsernen Balkons und gelbem Außenputz das bislang historisch geprägte Stadtbild.

Als Hubert Peppinghaus um das Jahr 1880 sein Wohnhaus errichtete, hätte er wohl nicht im Traum daran gedacht, dass es bis ins Jahr 2013 hinein Bestand haben möge. Auf dem Gelände, wo sich heute die Volksbank und ein Drogeriemarkt befindet, betrieb Peppinghaus zu dieser Zeit eine Holz- und Kohlenhandlung. Direkt gegenüber, in der Hochstraße 51, wohnte Peppinghaus mit seiner Familie und betrieb bis zu seinem Tod eine Gastwirtschaft. Später übernahm Wilhelm Roth die Gaststätte, bevor die Familie Potthoff sie jahrzehntelang erfolgreich weiterführte. In den letzten Jahren seines Bestehens beheimatete „Haus Peppinghaus“ unter anderem ein China-Restaurant.

Eine wechselvolle Geschichte des Hauses also, das Georg Stefer, zuständiger Immobilienmakler der Volksbank Wipperfürth-Lindlar, im „Inside-Magazin“ als „Schandfleck“ bezeichnete und damit den Abriss des traditionsreichen Schieferhauses begründete. Mit seiner Äußerung zog Stefer bereits Anfang 2012 viel Unmut aus den Reihen der Bürgerschaft auf sich, zumal die damals offen gelegten Pläne des Neubaus einen schmucklosen Neubau ohne Bezug zum historischen Stadtbild versprachen. So machten schnell Gerüchte über einen „hässlichen Klotz“ die Runde, der dort gegenüber der Einmündung Bahnstraße errichtet werden sollte.

Noch brisanter erschienen die Abriss- und Neubaupläne angesichts der Berichte ehemaliger Bewohner des Gebäudes, nach denen dringend notwendige Reparatur- und Sanierungsarbeiten über Jahre hinweg unterlassen wurden. So erweckte „Haus Peppinghaus“ zum Schluss nicht nur einen heruntergekommenen und baufälligen Eindruck – sondern wurde dadurch letztlich auch zum Spekulationsobjekt. Rein finanzielle Interessen gaben somit den Ausschlag, das historische Gebäude abzureißen. Die Stadt Wipperfürth äußerte keinerlei Bedenken gegen die Pläne.

Seit Entfernung des Baugerüstes bleiben immer wieder Passanten auf der Straßenseite gegenüber des „modernen“ Neubaus stehen und schütteln ungläubig mit dem Kopf. Von „Architektur von der Stange“ ist die Rede, das neue Gebäude passe nicht zu dem typisch bergischen Ensemble der Innenstadt. In zahlreichen anderen Städten mit ähnlich historisch gewachsenem Stadtbild hätten die baurechtlichen Rahmenbedingungen den Neubau in dieser Ausprägung gar nicht erst ermöglicht. So gibt es teilweise strenge Maßgaben für Baukörper, Dachlandschaften, Wandflächen, Balkone, Fenster und Türen zur „Erhaltung des ortsbildprägenden Erscheinungsbildes“. Für die älteste Stadt des Bergischen Landes gibt es eine Satzung in dieser Form und Stringenz bislang noch nicht.