Erste Hitzewelle des Jahres rollt an

Die erste Hitzewelle dieses Jahres steht bevor: Bis zum Mittwoch können wir bei Sonnenschein und bis zu 35 Grad schwitzen. Aber warum ist es bei uns immer wieder so schnell vorbei mit der sommerlichen Wärme? Der Grund dafür liegt westlich von uns.

In Kürze wird es wieder viele Mitmenschen geben, die sich noch vor ein paar Wochen über die Kälte beschwert haben und nun leidenschaftlich über die Hitze jammern werden. In der kommenden Woche können sie gleich beides tun: Bis zum Mittwoch bleibt es überwiegend sonnig mit Temperaturen von bis zu 35 Grad. Dann wird es vom Atlantik her mit Schauern und Gewittern und Höchstwerten um 20 Grad wieder deutlich kühler.

Aber warum ist das so? Warum gibt es bei uns nur sehr selten beständiges Sommerwetter, wie wir es uns zum Grillen, Sonnenbaden und Schwimmen in der Bever wünschen? Schuld sind der atlantische Ozean und die Nordsee. Wenn es bei uns auf dem Kontinent heiß wird, steigt die Luft nach oben. Zum Ausgleich muss von den Seiten her Luft nachströmen – und dies geschieht vom Atlantik aus. Weil das Wasser dort allerdings kalt ist und viel Feuchtigkeit zur Verfügung steht, macht sich feuchte und kühle Meeresluft auf den Weg nach Osten.

Über dem Kontinent angekommen, nimmt dann das Schicksal seinen Lauf: Die Meeresluft beginnt zu zirkulieren und ein Hitzetief über Frankreich entsteht. Dieses verstärkt sich immer mehr, indem es zum einen die heiße Luft östlich und die kühle Meeresluft westlich von ihm ansaugt. Die Temperaturgegensätze nehmen zu und die Luftmassen kommen in Bewegung. Mit kräftigen Gewittern, Starkregen, Hagel und Sturmböen zieht das Tief weiter nach Osten und vermischt die Luftmassen. Dadurch können sich die Temperaturunterschiede abschwächen, so dass sich häufig ein Zwischenhoch bildet. Der Kontinent erwärmt sich dabei erneut, bis das Spiel von vorne beginnt.

Stabiles heißes Sommerwetter resultiert bei uns in Mitteleuropa meist aus Ausnahmesituationen. Dabei unterbindet die sogenannte „Omega-Wetterlage“ – eine blockierende Ausweitung des Azorenhochs in Verbindung mit Hochdruckgebieten über Skandinavien oder Osteuropa – den Einfluss des Atlantiks auf unser Wettergeschehen, so dass es auch mal für mehrere Tage oder sogar Wochen heiß und trocken bleiben kann. Teilweise können solche Lagen allerdings katastrophale Ausmaße wie im Sommer 2003 annehmen, als der Hitze in Europa zehntausende Menschen zum Opfer fielen und ein volkswirtschaftlicher Schaden von etwa 13 Milliarden US-Dollar verursacht wurde.

Wir sollten also froh sein, dass es bei uns nur ab und zu richtig heiß wird. Spätestens nach ein paar Tagen über 30 Grad wünschen sich ohnehin die meisten Menschen den typisch bergischen Sommer zurück. Dieser war übrigens schon immer so wechselhaft: Beliebte Aussagen wie „Früher hatten wir noch richtige Sommer“ basieren ausschließlich auf dem eigenen, subjektiv geprägten Empfinden, nach dem auch früher nur sehr selten auftretende Omega-Wetterlagen als maßgebend für einen „richtigen“ Sommer dargestellt werden. Früher war eben nicht alles besser – schon gar nicht das Wetter.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s